Karolingerstad Prüm (Foto: Knut Kuckel) „Heimat ist dort, wo es nicht egal ist, ob es mich gibt.“
Karolingerstad Prüm (Foto: Knut Kuckel) „Heimat ist dort, wo es nicht egal ist, ob es mich gibt.“

Knut Kuckel – …persönlich

In meinem Blog erzähle ich persönlich erlebte Geschichten aus dem Nahbereich. Von Hause aus bin ich gelernter Rundfunkjournalist. Als Grenzgänger der Regionen auch gerne Europäer.

Weil ich in meinem Leben das Glück hatte, meistens dort sein zu dürfen, wo sich Europa von seiner schönsten Seite zeigt.

Knut Kuckel, Journalist
Knut Kuckel, Journalist

Geboren in der Karolingerstadt Prüm, einer ebenso sympathischen wie überschaubaren Stadt in der Westeifel. Aufgewachsen in Worms am Rhein – bekannt als Nibelungen- und/oder Lutherstadt. Das Hagen-Denkmal war oft Ziel unserer Familienausflüge am Wochenende.

Hagen-Denkmal in Worms am Rhein. (Foto: Stadt Worms)

Als Student war ich Gast auf Zeit in Aachen, jener Stadt, in der sich Kaiser und Könige krönen ließen. Zufall oder auch nicht: Dort, wo mich das Leben hinführte, war meist auch Karl der Große präsent. In Aachen schaut er auf dem Brunnen vor dem  Rathaus Richtung Norden.

In Aachen schaut er auf dem Brunnen vor dem  Rathaus Richtung Norden.

In Aachen begann meine berufliche Laufbahn. Das verbindet mich sehr persönlich mit der Stadt Karls des Großen, in der Oecher Platt gesprochen wird, übrigens ebenso wie man sich in Aachen ganz selbstverständlich auch der Hochtechnologie widmet. Weltruhm erlangte die Brunnenstadt in der „Euregio Maas-Rhein“ darüber hinaus noch mit einem herzhaften Lebkuchengebäck, den „Aachener Printen“.

Als Rundfunkjournalist hatte ich später ausreichend Zeit, das Land Hessen kennenzulernen. Beruflich aktiv war ich dort beim Hessischen Rundfunk und als Studioleiter im hr-Studio Gießen verantwortlich für die Region Mittelhessen. Gelegen nördlich von Frankfurt am Main. Zur Orientierung für Nicht-Hessen – zu Mittelhessen gehören, neben Gießen, u.a. auch die Städte Wetzlar, Limburg, Friedberg und Marburg. Die Reihenfolge ist ohne Bedeutung und alles andere als repräsentativ.

hr Studio Mittelhessen in Gießen Bild © hr/Ben Knabe

Zuvor war ich ein paar Jahre lang an der Bergstraße für den Hessischen Rundfunk (hr) unterwegs. Damals noch am Standort Bensheim, der inzwischen nach Darmstadt verlegt wurde.

In den Anfangsjahren der Regionalisierung beim hr wurden die Akzente noch im ländlichen Raum gesetzt, heute haben vermutlich die Metropolen der 21 Landkreise an Anziehungskraft gewonnen.

In Hessen lebt es sich gut. Das waldreiche Land in der Mitte Deutschlands zog schon immer kreative Menschen aus aller Herren Länder an. Hessen sind gastfreundliche Menschen und anderen Kulturen gegenüber sehr aufgeschlossen. Auf die Frage, was mir dazu noch einfällt, antworte ich gerne: „Das Land Hessen ist gut für Deutschland.“

In Erinnerung geblieben ist mir, dass in Hessen über 170 Mundarten gesprochen werden.

Menschen, die Hessen nur aus dem Fernsehen kennen, glauben, dass dort überall nur „Frankforderisch“ geredet wird. Zu verdanken ist das sicherlich dem Erfolg des Frankfurter Volkstheaters zu Zeiten von Lia Wöhr, Liesel Christ und Heinz Schenk.

Zweifellos ist es ihrem Erfolg zu verdanken, dass man im außerhessischen Deutschland glaubt, dass alle Hessen auch auf Reisen traditionell einen Äppelwoi-Bembel im Gepäck haben und am allerliebsten Rippchen mit Sauerkraut essen.

Glauben Sie mir, es lohnt sich vor Ort solche Fehleinschätzungen zu korrigieren. Hessen ist auch deshalb immer eine Reise wert.

Viele meiner Lehrjahre habe ich außerhalb Deutschlands verbracht. Zuhause war ich überall dort, wo ich längere Zeit gelebt und gearbeitet habe. Wurzeln geschlagen habe ich vor allem in Belgien und in Österreich.

Sich mit Menschen anderer Kulturen auszutauschen, war der erfolgreichste Teil meines Reifeprozesses, der hoffentlich noch lange nicht abgeschlossen ist.

Bevor ich mich für den Beruf des Rundfunkjournalisten entschieden habe, begann meine berufliche Laufbahn als Volontär bei der Aachener Volkszeitung (AVZ).

Am 8. März 1951 wurde das neue Verlagsgebäude der Aachener Volkszeitung eingeweiht. Auf dem ehemals zerbombten Grundstück wird die Aachener Volkszeitung bis zum Jahr 1977 vollständig produziert. Das Gebäude der Aachener Volkszeitung war das erste in Aachen neuerbaute Haus nach dem Krieg. Als Volontär konnte ich 1981 das Zeitungshaus noch so sehen, wie auf dem nachstehenden Foto aus den 1950er Jahren.

Am 8. März 1951 wurde das neue Verlagsgebäude der Aachener Volkszeitung eingeweiht. Auf dem ehemals zerbombten Grundstück wird die Aachener Volkszeitung bis zum Jahr 1977 vollständig produziert. Das Gebäude der Aachener Volkszeitung war das erste in Aachen neuerbaute Haus nach dem Krieg. (Foto: Zeitungsverlag Aachen)

Bei der AVZ machte ich noch entfernt Bekanntschaft mit der Technik des Bleisatzes, die auf Johannes Gutenberg (um 1440) zurückgeht. Beim Rundfunk war ich aktiv (und in meinem Zuständigkeitsbereich auch mitgestaltend) am Übergang von analoger zu digitaler Technik beteiligt. 1975 wurden die frühere „Aachener Volkszeitung“ und die „Aachener Nachrichten“ vereinigt und erscheinen heute als „Aachener Zeitung“.

Habe mich immer auch gerne an der Weiterentwicklung des kreativen Programmangebotes beteiligt. Das geht einher mit meinem Engagement in der theoretischen und praktischen Ausbildung für Programm-Mitarbeiter/-Mitarbeiterinnen von ARD und ZDF. Speziell konnte ich mich mit Reporter-Seminaren einbringen. Dabei vor Ort, der einfache Ü-Wagen des hr. Das „Smartmobil“ – ein Ü-Wagen im Kleinformat – wurde gezielt so geplant, dass es von maximal drei Personen bedient werden kann.

Reporterausbildung mit dem Ü-Wagen. (Foto: hr)

Es ist mir nach wie vor ein Anliegen, Fachwissen zu vermitteln. Dabei den Blick nach vorne gerichtet und weniger gerne zurück.

Berufliche Stationen:
Aachener Zeitung (früher: AVZ/Aachener Volkszeitung)
Belgischer Rundfunk (BRF)
Südwestrundfunk (früher: SWR)
Hessischer Rundfunk (hr)

Meine Blogs:

Knut Kuckel – Geschichten aus dem Nahbereich
Mensch am Berg – Vom Auf- und Absteigen, Weggehen und Heimkommen
Almenland Miemingerberg – Geschichten der Mieminger Almen

Die Jacke meines Vaters – „ein starkes Symbol für Heimat“